Spoofing bedeutet, dass ein Anrufer die übermittelte Rufnummer manipuliert. Auf Ihrem Display erscheint dann nicht die echte Nummer des Anrufers, sondern eine beliebige andere, etwa die Ihrer Bank, einer Behörde, eine Ortsvorwahl aus Ihrer Nähe oder sogar Ihre eigene. Technisch ist das einfach, weil moderne Telefonie über das Internet die Absenderkennung als bloßes Datenfeld überträgt, das der Absender selbst setzen kann. Die Fälschung dient fast immer dazu, Vertrauen zu erschleichen oder die Rückverfolgung zu erschweren. Wer zurückruft, landet bei einem ahnungslosen Dritten, dessen Nummer missbraucht wurde.

In Deutschland gelten seit dem 1. Dezember 2022 strengere Regeln nach § 120 TKG. Anrufe, die aus ausländischen Netzen kommen und eine deutsche Festnetznummer anzeigen, müssen die Netzbetreiber ohne Rufnummernanzeige durchstellen. Ausgenommen sind deutsche Mobilfunknummern, weil deren Inhaber im Ausland unterwegs sein können. Anrufe, die fälschlich die Notrufnummern 110 oder 112, Premiumnummern wie 0900 oder 0137, Auskunftsnummern 118xy oder Kurzwahlen anzeigen, müssen die Netze ganz abbrechen. Trotzdem taucht Spoofing weiterhin auf, zum Beispiel bei Anrufen angeblicher Polizisten, Bankmitarbeiter oder Europol-Beamter, die eine echte Behördennummer im Display erscheinen lassen.

Verlassen Sie sich nie allein auf die angezeigte Nummer. Wenn Ihre Bank oder eine Behörde angeblich anruft und Daten, Geld oder eine TAN verlangt, legen Sie auf und rufen Sie selbst über die Ihnen bekannte Nummer zurück. Melden Sie manipulierte Anrufe der Bundesnetzagentur über das Beschwerdeformular zur Rufnummernmanipulation, und zwar möglichst sofort, denn Netzbetreiber löschen Verbindungsdaten in der Regel nach sieben Tagen. Nennen Sie dabei Ihre Rufnummer, die angezeigte Nummer, Ihren Anbieter sowie Datum und Uhrzeit. Bei einem Schaden erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Ein Blick in die Meldungen zu einer Nummer auf cislo.info zeigt oft, ob andere dieselbe Fälschung erlebt haben.