Deutschland ist in rund 5 200 Ortsnetzbereiche eingeteilt, und jeder davon hat eine eigene Ortsnetzkennzahl, im Alltag Vorwahl genannt. Sie beginnt mit einer 0 und ist ohne die 0 zwei- bis fünfstellig. Je größer die Stadt, desto kürzer die Vorwahl, weil dahinter mehr Rufnummern Platz brauchen. Berlin hat die 030, Hamburg die 040, München die 089, Frankfurt am Main die 069 und Köln die 0221. Kleine Gemeinden kommen auf fünf Ziffern, etwa 03946 für Quedlinburg. Die erste Ziffer nach der 0 steht für eine Großregion, sodass sich mit etwas Übung schon an ihr ablesen lässt, ob ein Anruf grob aus dem Norden, Osten, Westen oder Süden kommt.
Die Regionen sind so verteilt, dass die 02 für das Rheinland und das Ruhrgebiet mit Umgebung steht, die 03 für die östlichen Bundesländer, die 04 für den Norden, die 05 für Niedersachsen und Ostwestfalen, die 06 für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, die 07 für Baden-Württemberg, die 08 für Ober- und Niederbayern sowie Schwaben und die 09 vor allem für Franken und die Oberpfalz. Vorwahlen, die mit 015, 016 oder 017 beginnen, gehören zu keiner Stadt, sondern zu den Mobilfunknetzen. Die 0800 kennzeichnet für den Anrufer kostenlose Nummern, 0180 sind Servicenummern, 0900 teure Premiumdienste, 0137 Nummern für Abstimmungen und Gewinnspiele, und die 032 steht für ortsunabhängige Rufnummern, die sich von überall nutzen lassen.
Wollen Sie eine konkrete Vorwahl nachschlagen, nutzen Sie ein Vorwahlverzeichnis; auf cislo.info finden Sie zu einer Ortsnetzkennzahl das zugehörige Ortsnetz und daneben Nummern aus diesem Bereich, zu denen zuletzt Meldungen eingegangen sind. Die Grundlage bilden die Zuteilungen der Bundesnetzagentur, die die Ortsnetze festlegt und die Nummernblöcke an die Anbieter vergibt. Zu beachten ist, dass ein Ortsnetz oft mehrere Gemeinden umfasst und die Grenzen nicht mit Landkreisen oder Postleitzahlen übereinstimmen. Aus einer Vorwahl lässt sich also der Bereich ablesen, aber nicht die genaue Straße oder der Ortsteil.
Die Vorwahl sagt außerdem nichts Verlässliches über den Anrufer aus. Rufnummern lassen sich bei einem Anruf fälschen, und eine Ortsnetznummer kann per Rufumleitung oder Internettelefonie auch von ganz woanders aus genutzt werden. Die Bundesnetzagentur geht gesondert gegen die „vorgetäuschte Ortsnähe“ vor, bei der etwa Schlüsseldienste oder Rohrreiniger mit einer örtlichen Vorwahl werben, tatsächlich aber von weit her anfahren und überhöhte Preise verlangen. Wenn ein Anruf mit Ihrer eigenen Vorwahl kommt, Sie den Absender aber nicht kennen, ist die örtliche Nähe kein Grund für mehr Vertrauen. Prüfen Sie im Zweifel die vollständige Nummer und nicht nur die Vorwahl.